"Die Kameliendame"
Samstag, 04. Dezember 2010
20:00 Uhr
Alexandre Dumas d. J. schrieb mit der Kameliendame nicht nur seinen erfolgreichsten Roman, sondern ein Werk, das die Jahrhunderte überdauern sollte. Vielleicht gelang dem Autor ein so leidenschaftliches, inspiriertes Werk, weil er eigene Erfahrungen und Gefühle verarbeitete. Einerseits war er selbst ein uneheliches Kind und kannte die Diskriminierungen, denen eine unverheiratete Frau durch die Gesellschaft ausgesetzt ist. Andererseits kannte er auch das historische Vorbild seiner Kameliendame, die wunderschöne, faszinierende Marie Duplessis, mit der er ein Verhältnis hatte. Schon die Beschreibung dieser Frau lässt ihren Zauber ahnen: Groß und dabei zart bis zur Gebrechlichkeit ... Ihr Haupt, ein Wunder für sich, war Ausdruck einer einzigartigen Anmut. In einem Oval von unbeschreiblichem Zauber zwei dunkle Augen, beschattet durch Brauen von so klarer Linienführung, dass sie wie gemalt erschienen; man verhülle nun diese Augen durch langbewimperte Lider, man zeichne einen regelmäßigen Mund, dessen Lippen sich voller Liebreiz öffnen, und stelle sich eine Haut von jener samtenen Weichheit vor, wie sie Pfirsiche besitzen . Die Haare, schwarz wie Ebenholz, natürlich gewellt, fielen über der Stirn in zwei reichen Strähnen auseinander. – Diese Beschreibung scheint auch wie geschaffen, um durch die Grazie und Anmut einer Ballerina zum Leben erweckt zu werden. Das Ballett ist das perfekte Medium, um über die Handlung hinausgehend, die Gefühle, Gedanken und Stimmungen der Figuren sichtbar werden zu lassen. Das Schicksal einer der schönsten, reichsten und verschwendungssüchtigsten Kurtisanen von Paris, die ihr Luxusleben für die Liebe aufgibt, hat immer wieder Choreografen inspiriert: Sie verlässt mit ihrem jungen Geliebten Armand Paris, in der Hoffnung, ihrer Vergangenheit entfliehen zu können. Doch sie kann der Welt und ihren gesellschaftlichen Schranken nicht entkommen. Armands Vater überzeugt sie, dass die unstandesgemäße Verbindung die ganze Familie ruinieren würde, und entringt ihr das Versprechen, sich von Armand zu trennen. Bis zum Tod hält sie dieses Versprechen; ihr Tod, der durch Schwäche, Kleingläubigkeit und Scheinheiligkeit der Männer noch beschleunigt wurde. Die Kameliendame handelt von der Utopie von der Liebe und dem Scheitern dieser Utopie.
Tatarische Staatsoper Kasan
Die Aufführungen des Balletts der Tartarischen Staatsoper Kasan sind mehr als klassische Ballettabende in höchster Perfektion, sie sind Gesamtkunstwerke. Tänzerische Glanzleistungen, bei denen Anmut und technisches Können einander die Waage halten, werden im Rahmen einer ästhetischen Inszenierung präsentiert, in der traumhafte Bühnenbilder, prächtige Kostüme und die harmonische Ausgewogenheit zwischen Solisten und corps de ballet beeindrucken. Die Tänzer profilieren sich auch als dramatische oder humorvolle Darsteller ihrer Rollen, immer neue Bilder überraschen das Publikum mit wunderschönen, fantasievollen Einfällen.
Karten erhalten Sie ab dem 01. September 2010 im Bürgerservice oder unter Tel. 08342 40123