"Andorra" - Max Frisch
Dienstag, 6. März 2012
20:00 Uhr
Auf dem Marktplatz von Andorra ereignet sich ein grausamer Fall von Selbstjustiz, dem der angehende Tischler Andri zum Opfer fällt. Andri ist angeblich ein jüdisches Findelkind, in Wahrheit aber der illegitime Sohn eines Andorraners. Stück für Stück werden Andris Selbstbewusstsein, seine Beziehung zu seiner Freundin und seiner Familie von den Vorurteilen und dem zunehmenden Hass seiner Umgebung zerstört. Vorurteile, Intoleranz und Ausgrenzung bewirken, dass der junge Mann sich schließlich in einem verzweifelten Akt bewusst die fremde Identität aneignet und fortan den Erwartungen seiner Umgebung voll und ganz entspricht. Sein Tod ergibt sich danach geradezu zwangsläufig – ein Teufelskreis, aus dem zu entkommen er keine Chance hat, egal wie er sich verhält.
„Fremdenhass“, „Anderssein“, „Identitätsverlust“ und „Zivilcourage“ sind die zentralen Themen in diesem Stück von Max Frisch – einmischen statt wegsehen. „Ich bin nicht schuld“ oder „Ich hab nur meinen Dienst getan“ – so reden die Figuren in Max Frischs Stück sich von jeder Mitverantwortung frei. Die einprägsame Darstellung der Unbelehrsamkeit der Mitmenschen und deren Mitläufertum sowie die Kraft der Sprache machen Frischs Stück zu einem der wichtigsten Dramen des 20. Jahrhunderts.
Karten erhalten Sie im Bürgerservice der Stadt Marktoberdorf oder Tel. 08342/40123